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Fall #2
Demografie: 16 Jahre alt, Männlich
Indikation: Pneumonie

Fall #2

Befunde

  • Große, komplexe, multiseptierte Pleuraflüssigkeitsansammlung links
  • Angrenzende luftraumfüllende Konsolidierung in der linken Lunge mit Luftbronchogrammen
  • Keine rechtsseitige Pleuraflüssigkeitsansammlung nachweisbar

Diagnose

Pneumonie und Empyem

Musterbericht

Große, komplexe, multiseptierte Pleuraflüssigkeitsansammlung links mit angrenzender luftraumfüllender Konsolidierung, verdächtig auf Pneumonie und Empyem. Kein erkennbarer rechtsseitiger Pleuraerguss.

Diskussion

Empyem

  • Ultraschall ist sehr nützlich bei der Beurteilung von Pleuraflüssigkeitsansammlungen, da er sensitiver für den Nachweis von Pleuraflüssigkeit ist als das Röntgenbild und zur Interventionsplanung und -steuerung eingesetzt werden kann
  • Einfache/transsudative Pleuraergüsse sollten sich im Ultraschall anechogen darstellen
  • An einen komplizierten Erguss (der je nach klinischem Kontext ein Empyem, Hämatothorax oder malignen Erguss repräsentieren kann) sollte man denken, wenn die Flüssigkeitsansammlung hyperechogene Areale oder interne Septierungen aufweist

Pneumonie

  • Ultraschall ist bei der Beurteilung einer Pneumonie, insbesondere bei Kindern, sehr nützlich
  • Hier eine grundlegende Übersicht über die sonographische Beurteilung der Pneumonie:
    • Normale, luftgefüllte Lunge sieht im Ultraschall aus wie Fernsehrauschen. Sichtbar ist die Pleura, die als hyperechogene Linie mit multiplen parallelen Reverberationen dieser Linie erscheint, die wie Wellen in die Lunge hineinragen - diese werden \"A-Linien\" genannt (siehe annotiertes Bild #2)
    • Eine Pneumonie führt dazu, dass sich die Alveolen mit Flüssigkeit füllen, wodurch die normalerweise vorhandene Luft verdrängt wird. Früh entstehen dadurch viele Luft-Flüssigkeits-Grenzflächen, die Kometenschweifartefakte (hyperechogene Bänder, die senkrecht zur Pleura verlaufen) erzeugen, auch als \"B-Linien\" bezeichnet. In diesem Fall gibt es kein gutes Beispiel für eine B-Linie, ein Beispiel ist jedoch in der aufgeführten Referenz von Stadler et al. zu finden
    • Wenn sich die Lunge mit Flüssigkeit füllt, bleibt Luft nur noch in den Bronchien, was Luftbronchogramme erzeugt - diese erscheinen als punktförmige und lineare echogene Foci innerhalb der Lunge (siehe annotiertes Bild #3)
    • Zudem wird die Lunge bei dichter Konsolidierung deutlicher sichtbar und nimmt ein leberähnliches Aussehen an, was als \"Hepatisation\" bezeichnet wird
  • Auch eine Atelektase kann zu einem hepatisierten Lungenbild führen. Einige Merkmale, die eher für Pneumonie als für Atelektase sprechen:
    • Die Pneumonie ist ein luftraumfüllender Prozess, daher ist die Größe der hepatisierten Lunge relativ zur angrenzenden Pleuraflüssigkeitsansammlung bei Pneumonie oft größer als bei Atelektase
    • Dynamische (d. h. sich verschiebende, bewegende) Luftbronchogramme wurden als typischer für Pneumonie als für Atelektase beschrieben
  • Merke: Wenn man mit dem Ultraschall in den Thorax schaut, gilt Fernsehrauschen = gut und Leber = schlecht

Kommentierte Bilder & Illustrationen

Complex left pleural fluid collection with echogenic internal septations (red arrows), concerning for an empyema.

Complex left pleural fluid collection with echogenic internal septations (red arrows), concerning for an empyema.

Ultrasound evaluation of the normal right lung in this patient shows the pleural line (blue arrow) with multiple ripple-like echogenic lines extending deep (yellow lines), which are referred to as A-lines.

Ultrasound evaluation of the normal right lung in this patient shows the pleural line (blue arrow) with multiple ripple-like echogenic lines extending deep (yellow lines), which are referred to as A-lines.

Multiple punctate and linear echogenic foci in the left lung (red arrows), consistent with air bronchograms.

Multiple punctate and linear echogenic foci in the left lung (red arrows), consistent with air bronchograms.

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