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Fall #1
Demografie: 4 Tage alt, Männlich
Indikation: Abklaerung einer Keimmatrixblutung (geboren in der 24. ...
Abklaerung einer Keimmatrixblutung (geboren in der 24. Woche)

Fall #1

Befunde

  • Echogenes Material in der linken kaudothalamischen Furche und Spiegelbildung im Hinterhorn des linken Seitenventrikels
  • Keine Ventrikulomegalie
  • Keine pathologische Hirnparenchymechogenität oder extraaxiale Kollektionen
  • Unreifes Sulkationsmuster

Diagnose

Keimmatrixblutung Grad 2

Musterbericht

Linksseitige Keimmatrixblutung in der kaudothalamischen Furche mit Einbruch in das Hinterhorn des linken Seitenventrikels ohne Hydrozephalus (Grad 2).

Keine pathologische Hirnparenchymechogenität oder extraaxiale Kollektionen.

Unreifes Sulkationsmuster.

Diskussion

  • Die Keimmatrix ist eine stark vaskularisierte subependymale Struktur, die durch perinatalen Stress blutungsgefährdet ist
  • Die Keimmatrix bildet sich im dritten Trimester zurück. Sie ist bis zur 32. Woche auf die kaudothalamische Furche begrenzt und bis zur 36. Woche im Wesentlichen verschwunden – daher ist das Risiko einer Keimmatrixblutung bei Neugeborenen nach der 36. Woche im Wesentlichen null und umgekehrt bei Frühgeborenen unter 32 Wochen postmenstruellem Alter stark erhöht
  • Da die Symptome nicht immer wegweisend sein können, wird eine Screening-Neurosonographie bei Frühgeborenen unter 30 Wochen postmenstruellem Alter empfohlen
  • Denken Sie bei der Suche nach Keimmatrixblutungen daran, dass der Plexus choroideus (der leider echogen ist, ähnlich wie Blut) nicht anterior der kaudothalamischen Furche reichen sollte, sodass echogenes Material in den Vorderhörnern wahrscheinlich eine Blutung darstellt
  • Hier sind die 4 Grade der Keimmatrixblutung:

Keimmatrixblutung

Grad Blutungslokalisation Hydrozephalus
1 Auf kaudothalamische Furche begrenzt Fehlend
2 Intraventrikuläre Blutung Fehlend
3 Intraventrikuläre Blutung Vorhanden
4 Intraparenchymale Blutung Fehlend/Vorhanden
  • Hydrozephalus – hier sind einige ungefähre Normalwerstandards im Ultraschall (nach Brouwer et al.). Beispiele dieser Messungen sind in den annotierten Bildern unten dargestellt
    • Ventrikelindex (Abstand von der lateralen Wand des Vorderhorns zur Falx, gemessen in der koronaren Ebene) < 10 mm bei 25-30 Wochen und < 15 mm bei 40 Wochen
    • Vorderhornbreite (größte diagonale Breite des Vorderhorns, gemessen in der koronaren Ebene) < 3 mm bei 25-30 Wochen und < 4 mm bei 40 Wochen
    • Thalamo-okzipitaler Abstand (Abstand vom posterioren Rand des Thalamus zum posterioren Rand des Hinterhorns, gemessen in der parasagittalen Ebene) < 20 mm bei 25-30 Wochen und < 25 mm bei 40 Wochen
  • Mit der Hirnreifung werden die Sulci tiefer und zahlreicher
  • Das Erkennen normaler Sulkationsmuster für das jeweilige Patientenalter kann bei der Frühdiagnose von Störungen der kortikalen Entwicklung wie Lissenzephalie nützlich sein
  • Große Sulci/Fissuren werden früh in der Entwicklung sichtbar (z. B. die Sylvischen Fissuren und parietooccipitalen Sulci), während kleinere Sulci im Ultraschall möglicherweise erst spät im dritten Trimester erkennbar werden
  • Beachten Sie das annotierte Bild unten, um die Unterschiede in der Sulkation zwischen diesem Patienten und Patienten zu sehen, die in der 35. und 42. postmenstruellen Woche untersucht wurden

Kommentierte Bilder & Illustrationen

Rounded echogenic area in the left caudothalamic groove (red arrow) consistent with germinal matrix hemorrhage.

Rounded echogenic area in the left caudothalamic groove (red arrow) consistent with germinal matrix hemorrhage.

Echogenic material layering in the occipital horn of the left lateral ventricle (red arrow) consistent with intraventricular hemorrhage.

Echogenic material layering in the occipital horn of the left lateral ventricle (red arrow) consistent with intraventricular hemorrhage.

Example measurements of the ventricular index (A), anterior horn width (B), and thalamo-occipital distance (C).

Example measurements of the ventricular index (A), anterior horn width (B), and thalamo-occipital distance (C).

Coronal image in this patient compared with images from different patients imaged at 35 and 42 weeks. Notice how the echogenic sulci become deeper and more numerous with increasing patient age.

Coronal image in this patient compared with images from different patients imaged at 35 and 42 weeks. Notice how the echogenic sulci become deeper and more numerous with increasing patient age.

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